Was geschah mit Estephan?

''Wie Beppolutiano mit Hilfe seiner Begleiter in Lugo Recherchen über den Verbleib des verschwundenen Red Cap Estephan anstellt.''

Gemeinsam mit Bastus, Francesco und Sancho tritt Beppolutiano, der sich bereit erklärt hat, die Untersuchungen nach dem verschwundenen Red Cap Estephan zu leiten, die zweitägige Reise nach Lugo an. Er will sich in zwei Wochen mit Politropos, dem Nachfolger Estephans, der ebenfalls in dieser Sache ermittelt, im Gasthaus zum Roter Ochse in Lugo treffen, um ihre jeweiligen Ermittlungsergebnisse auszutauschen.

Es ist Anfang Januar. Das Klima ist nass, kalt und klamm. Unterwegs liest die Gruppe Emilio auf, dessen Herberge Zum Zitronenhain auf halbem Wege zwischen Atrium und Lugo liegt. Vorab lässt Beppolutiano durch Jeremias eine Depesche an Lantos zustellen, einen geheimnisumwitterten Angehörigen Atriums, der in Lugo lebt und für den Covenant zuweilen in mondänen Angelegenheiten tätig ist.

Als Treffpunkt ist der Friedhof vor der Stadt, eine Stunde vor Sonnenuntergang, vereinbart, doch Lantos ist nicht zur Stelle. Emilio und Francesco marschieren deshalb weiter zum Roten Ochsen, um sicher zu stellen, dass während der Nacht zwei Zimmer für die Reisenden bereitstehen.

Rund eine Stunde nach Sonnenuntergang taucht Lantos auf dem Rücken eines Pferdes auf. Der Fremde, der sich selbst als Comte Guy de Lurroc vorstellt, entpuppt sich als ein hagerer Mann, dessen Antlitz unter einem langen Mantel verborgen bleibt und der sich seinen Gesprächspartnern gegenüber einer gestelzten Ausdrucksweise befleißigt. Später, im Roten Ochsen, werden ihn die Reisenden als einen stolzen Mann mit aristokratischen Mannieren kennenlernen, dessen furchteinflößende Blicke umstehende Personen mit Schaudern überziehen.

Beppolutiano legt den Sachverhalt dar. Nach einem langen Gespräch, in dessen Verlauf Lantos sicherstellt, dass sein Gegenüber seine überlegene Position verinnerlicht hat, willigt er schließlich ein, Atrium in dieser Sache zu unterstützen und reitet zurück zur Stadt. Als Beppolutiano und seine Begleiter ebenfalls am Tor eintreffen, finden sie dieses für sie offen- und die Wachen über ihr Erscheinen informiert vor, was ihre Befürchtungen, die Nacht über im Freien campieren zu müssen, zerstreut.

In ihrem Zimmer im Roten Ochsen angekommen, analysiert und strukturiert Beppolutiano die Situation, was Bastus und Sancho sichtlich überfordert; ersterer entgleitet alsbald schnarchend in das Reich des Schlafes. Beppolutiano stellt eine Liste der Dinge auf, die innerhalb der nächsten Tage zu erledigen sind und teilt die Aufgaben den Anwesenden entsprechend ihrer Fertigkeiten zu.

Am nächsten Morgen setzt sich Lantos mit Gregor, einem der beiden Hauptmänner der Wache, in Verbindung, dem er die Details über Estephans Verschwinden Ende 1200 schildert. Der Hauptmann verspricht, nach einer Rücksprache mit seinem Vorgesetzten, diesbezüglich auf den Comte, einen ehrenwerten Bürger Lugos, zurückzukommen.

Francesco, ein strenger Christ, stattet den Schwestern der Stille nach deren Morgenandacht einen Besuch im Hospital ab. Leider können sich die Nonnen dort nicht erinnern, dass ein Mann, auf den die Beschreibung Estephans zuträfe, Ende 1200 aufgrund eines Unfalles behandelt worden wäre.

Beppolutiano studiert gemeinsam mit Sancho die Grabsteine des hiesigen Friedhofes, um auf diese Weise in Erfahrung zu bringen, dass im Laufe des Jahres 1200 zwei Grabsteine errichtet worden sind, deren Epitaphien den Namen Estephan tragen.

Emilio klappert bereits am Vorabend einige Gasthöfe ab, wo er mit den Schankwirten ins Gespräch kommt und sie mit gekonnten Fragen bezüglich Estephan befragt. Letztlich ist es jedoch der Rote Ochse, wo er von einer Schankmaid erfährt, dass Estephan Ende 1200 nicht vorstellig wurde, um seine Schmeicheleien der letzten Jahre fortzusetzen. Diese Erkenntnis bestärkt Emilio darin, am nächsten Morgen (aus beruflichen Gründen) das örtliche Bordell aufzusuchen, wo er sich mit der ihm gut bekannten Vordame austauscht. Diese verspricht ihm, sich bei ihren Mädchen nach einem Mann umzuhören, auf den die Beschreibung Estephans passen könnte.

Während dieser Zeit wankelt Bastus ein wenig unschlüssig durch die Stadt, nicht recht wissend, wohin ihn seine Füße tragen werden. Schließlich verbringt er einige Zeit damit, wahllos Passanten nach dem verschwundenen Estephan zu befragen, was in der Folge dazu führt, dass bald die halbe Stadt von seinem Interesse um den Verschwundenen weis.

So auch der Gerber Marco, an den Emilio während seiner Nachforschungen auf dem Markt von Anthonio, einem Pergament- und Tinkturenhändler, verwiesen wird. Emilio erfährt, dass Estephan während einer Überfahrt mit dem Schiff offenbar seinen Vorrat an Tinte verschüttet- und einen Teil seiner Dokumente unbrauchbar gemacht habe. Beides habe er offenbar bei Anthonio aufgefrischt, um anschließend bei Marco mit seiner besudelten Dokumententasche vorstellig zu werden und sich dort entsprechenden Ersatz anfertigen zu lassen. Er habe eine Anzahlung geleistet, sei dann jedoch zwei Tage später - der ihm in Aussicht gestellte Termin, an dem die Ware zur Abholung bereit liegen sollte - nicht erschienen, um sie in Empfang zu nehmen. Jene Ereignisse hätten sich kurz vor dem ersten oder zweiten Advent 1200 zugetragen.

Emilio fördert somit wertvolle Erkenntnisse zu Tage, die während der abendlichen Diskussion der derzeitigen Ermittlungsergebnisse unter Beppolutianos Federführung sehr zu dessen Freude beitragen, schließen sie doch eine wesentliche Lücke in der recherchierten Zeitlinie und begrenzen die Ungenauigkeit des Zeitpunktes für Estephans Verschwinden auf die letzten zwei Tage vor dem Abholtermin bei Marco.

Emilio und Bastus beschließen den Abend, indem sie dem hiesigen Bordell einen weiteren Besuch abstatten - dieses Mal, ohne dort beruflichen Ermittlungen nachzugehen.

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