Kapitel 13: (Einstweiliger?) Abschluss der Aktivitäten in Lugo
Im Zuge der extensiv fortgeführten Diskussion, wie in der Sache der Beweisaufnahme weiterhin vorzugehen sei, wird entschieden, dass die Befragung des gefangen genommenen Wirtes nun oberste Priorität habe. Während Lantos der Ansicht ist, diese Informationen selbständig aus dem Subjekt extrahieren zu können, rät Beppolutiano, Ovotius bei der Befragung hinzu zu ziehen, da sich dieser im Verifizieren gesprochener (Un-)Wahrheiten besonders hervortäte. Daher solle der Wirt nach Atrium überführt werden, um dort unter der Aufsicht der hiesigen Magier verhört zu werden.
Zu diesem Zweck reiten Lantos und Sancho zum Zitronenhain, während Francesco bei Beppolutiano verweilt, der laut Gregors Anordnung die Stadt nicht verlassen darf. Er nutzt die Zeit, um Francesco auf den Markt zu schicken, um Hautcreme für ihn zu erwerben sowie die für ihn abgegebene Post zu sichten.
Der Wirt, der im Zitronenhain in einem ruhigen, dunklen Zimmer untergebracht ist, scheint sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand zu befinden. Dennoch wird er noch am selben Abend auf einen Karren verladen und nach Atrium verfrachtet. Emilio, der nach der Abwicklung externer Geschäftigkeiten mittlerweile ebenfalls in seiner Schänke eingetroffen ist, begleitet Lantos und Sancho nach Atrium, um dort für eventuelle Rückfragen der hiesigen Magier zur Verfügung zu stehen.
Am Abend desselben Tages wird ein junger Mann in Atrium vorstellig, der sich als Magus mit dem Namen Morvan Ex Flambeau ausweist. Jeremias bittet den Gast, einen Augenblick im Emfangsraum Platz zu nehmen, bis die anderen Magier über sein Erscheinen informiert worden sind. Um die Wartezeit des Gastes zu verkürzen, macht Hassan den Neuankömmling, nachdem er von dessen Plan erfahren hat, sich dem Covenant anschließen zu wollen, mit den hiesigen Thermen vertraut - ein Angebot, das der Reisende gerne annimmt.
Morvan, ein junger Mann mit schlaksiger Gestalt, blondem Haar und einem französischen Akzent, beginnt seine Vorstellung, als sich auch Ovotius und Coinneach im Aufenthaltsraum zusammen gefunden haben. Er habe auf dem letzten Tribunal vernommen, dass der Covenant Atrium nach neuen Mitgliedern suche und sich aus diesem Grund, von den Pyrenäen im Osten hierher auf den Weg gemacht. Zum großen Bedauern aller Anwesenden muss man Morvan mitteilen, dass sich Quemada, das älteste Mitglied des Covenants, derzeit auf einer Reise im Süden des Landes befände und dass man ohne sie keine Entscheidung über seine Aufnahme treffen wolle. Man bietet ihm jedoch bis zu Quemadas Rückkehr Logie in Atrium an, was Morvan dankend annimmt.
Am nächsten Morgen erreichen Lantos und seine Begleiter, die die gesamte Nacht über im Sattel verbracht haben, vollständig entkräftet Atrium, wo Lantos darauf besteht, sofort mit einem gewissen Ovotius sprechen zu dürfen. Dieser empfängt den Comte, was dazu führt, dass ihn dieser und Emilio mit einer Kurzfassung der Ereignisse konfrontieren. Ovotius entscheidet, den Wirt erst einmal in einem der Gästezimmer unterzubringen und setzt die Befragung für den frühen Nachmittag an. Bis zu diesem Zeitpunkt bietet er Lantos und Emilio ebenfalls Gästezimmer an, um sich dort nach den Strapazen der Reise auszuruhen.
Morvan, der während der "Einlieferung" des Verletzten ebenfalls im Speisesaal zugegen war, ist von den, um ihn herum statt findenden, Ereignissen vollens verwirrt. Er gibt das Beobachtete später nichtsahnend an Hassan weiter, der daraufhin empört mit Ovotius Rücksprache nimmt und sich beschwert, nicht über das Eintreffen der Neuankömmlinge in Kenntnis gesetzt worden zu sein.
Zur Mittagsstunde nehmen Magi und Gäste gemeinsam ein Mittagsmahl im Speisesaal ein. Morvan unternimmt mehrfach den zaghaften Versuch, Zugang zum Bett des Kranken zu erhalten, um diesem zu helfen. Seine Angebote werden freundlich aber kategorisch von Ovotius abgeblockt. Nach dem Essen versammeln sich Ovotius, Hassan, Coinneach, Lantos und Emilio im Krankenzimmer des Wirts. Nachdem dieser aufgrund seines derzeitigen Zustandes nicht ansprechbar ist, gewährt man schließlich Morvan ebenfalls Zugang zum Zimmer, wo dieser dem Kranken mit einem Zauber zumindest soweit auf die Beine hilft, seine Umgebung mit müden Augen wahrnehmen- und auf die ihm gestellten Fragen antworten zu können.
Die Befragung erweist sich für sämtliche Anwesenden als eine emotionale Zerreissprobe. Lantos' Fragen treiben dem Wirt, der sich im Laufe der Interrogation als Thomas ausgibt, die Schweißperlen auf die Stirn und sein Unbehagen, das die Umstehenden ebenfalls teilen, scheint sich unter den unbarmherzigen Blicken des Comte mehr und mehr in Angst zu verwandeln. Seine Antworten, die der Wirkung von Ovotius' gesprochenem "Frosty Breath of the Spoken Lie" standhalten müssen, erweisen sich in nur zwei Fällen als unwahr und werden prompt durch eisigen Atem Thomas' quittiert. Alle anderen, quälend und mühsam hervorgebrachten Antworten ergeben, dass er im wesentlichen als Zwischenhändler für einen gewissen Juan, dem Gehilfe des Sohnes des Goldschmiedes von Lugo, fungiert habe. Juan sei an ihn heran getreten, weil er vom Interesse der Reisegruppe an einer gewissen Tasche erfahren habe. Diese Tasche gedachte er für die veranschlagten 500 Silberstücke umzusetzen, wobei Thomas' Anteil 30 Silberstücke betragen hätte.
Man entschließt sich, Thomas betäubt zurück nach Lugo zu schaffen, wo sein Erscheinen hoffentlich für die Freilassung und Entlastung Beppolutianos sorgen werde. Zu diesem Zweck wird Thomas schlafend nahe des Friedhofs unter einem Kreuze Christis trappiert, während Lantos und Sancho mit der Tasche zurück zum Roten Ochsen kehren, wo Beppolutiano das Fundstück in wenigen Tagen an Politropos übergeben soll.
Zur großen Überraschung der beiden Überbringer ist Beppolutiano über die Offenbarung, dass Thomas zu einem so frühen Zeitpunkt frei gelassen worden ist, ebenso aus dem Häuschen wie über die Tatsache, dass sich die Tasche nun wieder in seinem Besitzt befindet. Die Tasche stelle die einzige Verbindung zu dem durchgeführten Gewaltverbrechen dar und alle Indizien wiesen nun auf ihn. Aus diesem Grund schickt er den völlig verdutzen Sancho mit der Tasche zurück nach Atrium, um sie - unter allen Umständen!! - dort aufzubewahren.
Emilio entschließt sich, ebenfalls noch einmal nach Lugo zu kommen, wo er Francesco jenes Haus zeigt, zu dem er den Überbringer der Tasche - vermutlich Juan - in jener Ereignis geladenen Nacht zurück verfolgt habe. Er bittet Francesco außerdem beruhigend auf Beppolutiano einzuwirken. Es bestehe für den Magus keinerlei Grund zur Beunruhigung.
Am Freitag Mittag derselben Woche besucht Gregor Beppolutiano im Roten Ochsen, um ihm mitzuteilen, dass der Wirt Thomas unerwartet aufgetaucht sei. Somit gäbe es keinerlei Gründe mehr, ihn aufgrund eines möglichen Gewaltverbrechens festzuhalten. Er sei ein freier Mann und könne Lugo jederzeit verlassen.
Am Sonntag erreicht Politropos Lugo und den Roten Ochsen, wo er sich umgehend mit Beppolutiano zu einer Unterredung trifft. Der Criamon berichtet ihm die wichtigsten Details und Ermittelungsergebnisse, wobei er die Unterstützung Außenstehender vorsichtshalber übergeht. Fakt sei, dass sich die Tasche derzeit zur Abholung in Atrium bereit läge und dass über Estephans Verbleib, wenngleich man sein Verschwinden zeitlich sehr genau eingrenzen könne, letztlich keine Gewissheit vorliege. Politropos äußert seine Zweifel an einem gewöhnlichen Gewaltverbrechen.
Bereits am Samstag kehrt Quemada mit ihren beiden Enkeln, Juliana und Marco, aus Toledo zurück. Die Flambeau ist jedoch zu erschöpft, um den anwesenden Magier genauere Auskünfte über ihre Reise zu geben. Sie vertröstet sie auf den darauf folgenden Morgen.
Auch dann ist sie mit ihrem Reisebericht vergleichsweise zurückhaltend und beschränkt sich darauf, zu erklären, dass ihre Enkel nun ihre Lehrlinge seien, für deren Ausbildung sie zeitweise auch Fulbertus heranzuziehen gedenke. Die jungen Magi erklären ihrerseits, dass sie die, während ihrer Abwesenheit in Lugo statt gefundenen, Ereignisse lediglich aus zweiter Hand berichten könnten, weswegen in dieser Sache Beppolutianos Rückkehr, der in den Ermittlungen im Namen Atriums federführend war, abgewartet werden solle. Auch Morvan nutzt die Gelegenheit, sich kurz bei Quemada vorzustellen.