Auszug aus dem Tagebuch von Morvan ex Flambeau
Nun bin ich also ein Mitglied der Gemeinschaft Atriums. Es ist schon ein seltsames Gefühl, scheint es doch als wäre es erst gestern gewesen als meine Ausbildung begann ... und irgendwie kommt es mir auch noch immer so vor.
Es scheint sich durchaus um ehrenwerte Zeitgenossen zu handeln, doch bin mir nicht sicher was ich von der Tatsache halten soll, dass eben jener Gemeinschaft wieder eine Angehörige meines Hauses vorsteht. Ich denke das kann nur die Zeit zeigen.
Kaum war meine Aufnahme und der damit verbundene Bau eines Sanctums, erörtert zeigte sich mir auch schon was es bedeutet einen Magus zu sein. Man bezog mich direkt in die Entscheidungen des Covenants mit ein, ja bürdete mir sogar die Verantwortung einer Untersuchung auf!
Zum meinem Glück durfte ich auf die Hilfe Hassans zählen, wüsste ich doch überhaupt nicht was ich sonst getan hätte. Aber ich greife meinem eigenen Bericht voraus.
Es begann damit, dass sich Frage nach den Drahtziehern eines Attentates auf einen Redcap namens Estephan stellte. Nach einer ausführlichen Zusammenfassung der Ergebnisse einer Ermittlung durch Beppolugiano stellte sich mir (ich bin mir immer noch nicht sicher alles richtig verstanden zu haben) die Sachlage folgendermaßen da:
Nachdem Estephans Tasche während einer Seereise wohl durch einen Tintenfleck irreparabel beschmutzt worden war, wollte dieser in Lugo eine neue erwerben. Leider verschwand er kurz darauf. Ob er die tatsächlich eine neue Tasche erwarb ist noch unbekannt.
Einige Zeit später sollte die mysteriöse Tasche wieder auftauchen. Offenbar wurde dem Wirt des Gasthofes "Westtor" von drei zwielichtigen Gestalten unter der Führung eines gewissen Juan, eben jene Tasche zum Verkauf angeboten. Ungefähr zur selben Zeit wurde auf dem Friedhof ein Unbekannter beerdigt, auf den die Beschreibung der armen Estephan verblüffend gut zutraf.
Die Ermittlungen welche obige Informationen zu Tage brachten beinhalteten jedoch auch die Ergreifung des Wirtes, wobei es offenbar auch zu Gewaltanwendung kam. Zu allem Überfluss (die Anwendung von Gewalt allein ist schließlich bedauernswert genug) wurde auch noch Bastus, ein Bienenzüchter der unserer Gemeinschaft sehr nahe zu stehen scheint, auch noch von der Stadtwache erkannt.
Dies war also der Stand der Dinge zum Zeitpunkt meiner Aufnahme und ich verbrachte meinen ersten Abend als Mitglied Atriums damit, das weitere Vorgehen in dieser Sache zu Diskutieren.
So fassten wir den Beschluss Juan aufzusuchen um jene Fragen zu erklären die immer noch offen waren.
Wir brachen direkt am nächsten Morgen auf. Wir, das waren: Emilio, der Wirt des Zitronenhains, Vassco, ein schüchterner Zimmermann mit dem Herz am rechten Fleck, Swazzik, ihre drei Söldnerkollegen und der Hassan, dessen Anwesenheit mich wenigstens etwas beruhigen konnte. Außerdem war geplant, dass wir uns nach unserer Ankunft mit dem Comte de Lurroc in Verbindung setzen sollten um auf dessen ganz spezielle Talente zurückzugreifen. Dieser Mann macht mir Angst.
Trotzdem war ich sehr gespannt auf Lugo, und durfte gleich am Abend unsere Anreise diverse Bräche und Sitten wie das Würfelspiel oder den Genuss von Birnenschnaps Kennenlernen. Emilio erwies sich als hervorragende Gesellschaft, den Alkohol jedoch scheine ich nicht so gut zu vertragen. Jedenfalls fühlt sich beim schreiben dieser Zeilen mein Kopf immer noch an als würde Mater Fulgur ihre Experimente genau zwischen meinen Ohren durchführen.
Am nächsten Morgen sollte sich bei einem Besuch des Badehauses herausstellen, dass der Wirth vom "Westtor" wohl in der letzten Nacht sein Ende von der Hand eines Mörders gefunden hatte.
Der nächste logische Schritt war nun selbstverständlich Juan aufzusuchen, was sich jedoch als schwieriger als erwartet herausstellen sollte. Wir wussten, dass Juan die Position des "Gehilfen des Sohnes des Goldschmiedes" bekleidete, doch brachte ein Besuch Hassans beim Goldschmied die Erkenntnis zu Tage, dass der Schmied wohl mehrere Söhne habe.
Nun sitze ich hier im Roten Ochsen, schreibe mit gar schrecklichen Kopfschmerzen an diesem Bericht und überlege was nun zu tun ist. Vielleicht könnte man ja im Handwerkerviertel weitere Nachforschungen ...