Kapitel 15: Erneuter und hoffentlich endgültiger Abschluß in Lugo
Ein weiterer Fund der Persönlichen Notizen des Hassan Filius Reinaldo ex Verditius (ca. A.D. 1203)
Nun sitze ich weiter in diesem Gasthof fest. Alle sind unterwegs um Erkundigungen einzuholen und ich muß mich, meiner Ausstrahlung beugend, auf meinem Zimmer verkriechen. Wie ich es HASSE!!!
Dieser dumme Wirt musste sich natürlich erdolchen lassen. Irgendwie sind wir im Moment immer einen Schritt zu spät. Wäre ich doch beim ersten Mal schon mitgegangen!
Ich werde nicht umhin kommen dieses grässliche Galizisch zu lernen. Führten mir die vergangenen Ereignisse doch wieder deutlich vor Augen, wie unzulänglich und hilflos ich ohne entsprechende Sprachkenntnisse bin. Doch der Reihe nach.
Mein treuer Vasco kam ganz aufgeregt zu mir und ich konnte seinen Gesten entnehmen, daß ich ihm folgen sollte. Er führte mich vor die Türe des Gasthofes, wo wir mit dem Comte und einem der Söldner zusammen trafen.
Dieser gab mir zu verstehen, daß der gesuchte Juan sich ganz unerwartet in der Gaststube des Roter Ochse befände.
Da sich nun aber alle außer uns vieren in der Sonne vergnügten, musste ich rasch handeln.
Durch Lantos wies ich die anderen Beiden an, sich nahe dem Verdächtigen hinzusetzen, und ihn nicht aus den Augen zu lassen. Den Comte selbst bat ich den Anderen Bescheid zu geben und sie zu holen.
Danach begab ich mich wieder auf mein Zimmer.
Einige Zeit später wurde ich verständigt, daß Juan und ein Komplize gestellt und in einem Lager festgesetzt waren. Auf dem Weg zu ihnen wurde mir mitgeteilt, daß ein weiterer Komplize und leider auch Emilio in einem Straßenkampf verletzt worden waren. Soviel zum Thema kein Aufsehen erregen.
Ich möchte hier gar nicht weiter auf die Vorgänge in der Lagerhalle eingehen, zu unerhört ist doch dieser Comte. Wie ich religiöse Fanatiker jeglicher Couleur verabscheue!!!
Allerdings muß ich eingestehen, er war äußerst erfolgreich.
Jedenfalls gestanden Beide unter Anderem die Morde an dem Wirt und an Estephan.
Sie wären von einem seltsamen Fremden, der sehr wahrscheinlich Maure ist, beauftragt worden den Boten zu überfallen und sich die Tasche anzueignen.
Als der Auftraggeber sich allerdings nicht mehr blicken lies, wollten sie sich statt der ausgelobten 1000, mit den von uns angebotenen 500 Silberstücken zufrieden geben.
Näheres konnten sie allerdings nicht dazu sagen.
Der Spiesgeselle Juans besaß dann doch tatsächlich die Frechheit uns seine Dienste anzubieten.
Meine spontane Weigerung brachte Morvan dann allerdings ins wanken, in dem er einige stichhaltige Argumente dafür vortrug.
Aber wir kamen dazu überein sie der Stadtwache zu übergeben. In der Hoffnung, daß wir dadurch jegliche Verdachtsmomente von Beppo und Bastus zerstreuen könnten.
Später erfuhr ich dann, daß dieses Vorgehen Erfolg zu versprechen schien. Hatten doch sowohl Lantos als auch Emilio die Sachlage nach Gesprächen mit den Wachen, in besserem Licht zurück gelassen.
Nun sitze ich also wieder hier in dieser Kammer und bin froh die Stadt verlassen zu können. Ach wie ich mich auf das Bad und meine Studien freue. Auf daß mein Ziel alsbald erreicht ist.....