Die Erleuchtung

aus den Erzählungen von Francesco

...wir hielten uns also bereits geraume Zeit in diesem Dorf auf, das offensichtlich von Gott bestraft worden war. Die Ereignisse hatten sich schon ein wenig zu unseren Gunsten gewendet, aber noch waren einige Dörfler unentschlossen.

Ich begleitete Meister Beppo beim Vermessen der Sphäre, die wir betreten konnten, ohne nasse Füsse zu bekommen. Wir entdeckten keinen Ausweg, aber auch das Zentrum der Sphäre - der Dorfplatz- gab uns keine weiteren Anhaltspunkte.
Unterdessen wurde eine Frau am Ufer angespült. Die Schläger von Manuel griffen sie sich. Bienen-Bastus wollte eingreifen, konnte sie aber nicht erreichen, da sie sich außerhalb des "Ringes" aufhielten, von wo aus sie ihn schmähten. Daraufhin griffen endlich die beherzten Dörfler ein und befreiten in einem hitzigen Handgemenge die Frau aus den Händen der Schurken. Nach weiteren Wortwechseln zogen endlich der Rädelsführer Manuel und seine Kumpane aus dem Dorf ab. Die Menschen wirkten erleichtert, als ob aller schlechter Einfluß von Ihnen abgefallen wäre.
Die Frau im übrigen nennt sich Carinna von Lissabon und gibt als aktuelles Jahr des Herrn 676 an. Das ist.. hm...auf jeden Fall lange her! Madre Mia! Entweder sie wurde in den Fluten verrückt oder wir sind wirklich Zeuge eines Wunders!
Kurz nach diesen Ereignissen schwappen die Wellen über uns zusammen und nehmen uns die Luft. Mir wurde schwarz vor Augen...
Wider Erwarten erwachten wir jedoch in der Höhle mit dem Stein, auf dem das Jakobskreuz zu sehen war. Der Stein war zur Seite gerückt, dahinter war es stockdunkel. Dies war ein Zeichen. Die Magi gingen hindurch; Nachdem Meister Beppo hindurchging, folgte ich ihm natürlich. Nur Bastus blieb zur+ück, wie wir später feststellten. Der Durchgang führte uns aber nicht weiter in die Höhle, sondern jeder wanderte einzeln durch einen Wald. Ich begegnete Pedro, einem alten Mann, mit dem ich mein Essen teilte und Angela, einer jungen Frau, der ich gegen zudringliche Wegelagerer half. Den anderen widerfuhren ähnliche Dinge.
Am Ende kam ich in eine Höhle, in der Beppo schon auf mich wartete. Die Höhle war lichtdurchflutet und am Ende befand sich ein, nein DAS Schwert, eine schlichte Waffe von Schönheit, die nicht von Erden kommt. Ehrfürchtig ging ich auf sie zu und hob sie vorsichtig aus dem einfachen Holzständer. Beppo und ich verstauten sie in meinem Gepäck.
Danach ist meine Erinnerung etwas verklärt. Ich erinnere mich, daß wir auf die Klippe zurückkehren konnten. Die Magi diskutierten heftig auf Latein. Leider reichten meine Kenntnisse nicht aus, um die Diskussion zu verfolgen, jedoch ging es um das Schwert. Mein Entschluß stand fest: Ein Gegenstand, der von Gottes Kraft offensichtlich berührt worden war, durfte nicht in die Hände von Feenwesen gelangen, welcher Gesinnung auch immer.
Coinneach hielt sich von dem Schwert fern, auch Morvan konnte es kaum berühren. Lediglich Meister Beppo hatte keine Probleme. Die Magi ordneten den Aufbruch gen Santiago an. Die Diskussion der Magi ging weiter und weiter, was mir wirklich Sorgen bereitete und unser aller Aufmerksamkeit schwächte. So wurden wir das Opfer von feigen Wegelagerern. Trotz heftiger Gegenwehr (Morvan ließ ein Flammenmeer entstehen, Coinneach beschwor Pflanzenranken und Beppo Pfeile aus Kristall, wir ließen unsere Schwerter sprechen), konnten wir uns nicht lange zur Wehr setzen. Ich wurde hart am Kopf getroffen und ging bewußtlos zu Boden. Nur der Gnade Gottes ist es zu verdanken, daß ich noch am Leben bin. Den Rest der Geschichte kennt Ihr schon...

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