Der Zorn der Waldkönigin
Am Tag der Mitsommersonnenwende wird Hasan, Ovotius, Morwan und Pepo zusammen mit einer Reihe von Begleitern, die da wären Rador, Wasco, Marcus und Chosé von dem Herold der Königin des Nordwaldes im Innenhof von Atrium abgeholt. Er führt sie im Reigen direkt auf eine Mauer des Innenhofes zu, doch wie durch Zauberei, vermutlich war es genau dieses, gelangen alle unbeschadet in einen Wald in einer anderen Exsistenzebene. Man muss etwa eine halbe Stunde durch einen mystischen Wald wandern, bis man auf eine große Lichtung trifft, auf der sich bereits viele andere Humanoide versammelt haben. Viele davon sind hoch gewachsen und edle Gekleidet, was einen sehr erhabenen Eindruck vermittelt. Es gibt aber auch kleinere Wesen, doch scheinen diese eher das Dienstpersonal zu stellen. Auch die Kleidung sieht sehr fremdländisch aus. So ist sowohl der Schnitt, wie auch die verwendeten Stoffe, ungewohnt oder vollkommen unbekannt. Die eher höher gestellten Personen die eine Adelsschicht vertreten sind fast alle bewaffnet, wobei auch diese Waffen unbekannter Bauart und aus unbekannter Materialzusammensetzung sind. Sogar prächtiger Schmuck wird getragen, auch wenn auffällt dass dieser eher Roh und unbearbeitet ist. Auf merkwürdige Weise ist es jedem der Anwesenden, wie auch jedem aus der Delegation aus Atrium möglich ohne Schwierigkeiten sich mit den anderen zu unterhalten. Abgerundet wird diese völlig irreale Atmosphäre durch die Speisen die mindestens ebenso exotisch wirken und schmecken wie die anwesende Gesellschaft aussieht. Nachdem man sich erst einmal einen ersten Überblick verschafft hat und bereits die ersten Personen von den köstlichen Speisen und Getränken probiert haben, wendet sich Morwan an einen der eher wie ein Diener wirkt. Es stellt sich heraus, dass diese Person der Kämmerer der Königin ist. Inzwischen wird langsam offensichtlich, dass einige der Getränke eine gewisse berauschende Wirkung besitzen. Von einem Adeligen kann Morwan einen Teil der Gebräuche und Titel erfahren. So ist es zum Beispiel ungewöhnlich einen richtigen Namen zu haben, sondern begnügt sich mit einem Titel. Weiterhin gibt es einen schon seit ewiger Zeit andauernden Krieg zwischen der Königin des Nordwaldes und dem König der Südlande, dessen Einheiten eine gewisse Ähnlichkeit in ihrer Gestalt besitzen zu Hasan. Das Wappen des Königs der Südlande ist eine obere Hälfte die Schwarz ist und eine untere Hälfte die Rot ist. Das Wappen der Königin ist ein Baum auf weißem Grund. Beide Kriegsparteien scheinen ähnlich mächtig zu sein, so dass auch in absehbarer Zeit keine Ende absehbar ist. Schließlich betritt die Königin den Festplatz in Begleitung von zwei Bediensten. Sie ist eine sehr groß gewachsene Frau von ausgesprochen erhabener Erscheinung. Alleine durch ihre Ausstrahlung verstummen die Gespräche der versammelten Gesellschaft. Sie setzt sich auf einen mächtigen Thron und empfängt die geladenen Gäste der Reihe nach persönlich. Dann wird mit einem Tanz des Marschalls und der Königin der Ball eröffnet. Beide scheinen ausgezeichnete Tänzer zu sein, ebenso wie viele der anderen Gäste. Nur die Gesandten aus Atrium hielten sich dezent zurück, beziehungsweise blamierten sich fürchterlich. So langsam machten sich die berauschenden Substanzen in den Getränken bemerkbar, doch schafften es alle sich zusammen zu reißen und Haltung zu bewahren, außer Chosé. Doch da dieser Stumm ist und sich sowieso im Hintergrund aufhielt, hielt sich die Lärmbelästigung im vernachlässigbaren Rahmen. Nach mehreren Tänzen wurde die Gesandtschaft von Atrium gebeten ihren Bericht über die Bergung des Schwertes der Königin zu geben. Ovotius trat vor und fasste kurz die Ereignisse zusammen:
Das Schwert wurde gefunden, doch wurde es bald darauf von Räubern erbeutet, die von einem Dämon angeführt wurden und der den tapferen Recken aus Atrium aufgelauert hatten. Als alle gefangen waren und die Situation aussichtslos erschien, trafen Ritter der Ordens des heiligen Jakobs ein, befreiten die Gefangenen aus Atrium und töteten den Dämon. Weil die Ritter das Schwert erkannten, befindet sich jetzt dieses im Besitz dieses Ordens. Über diese Nachricht vergaß die Königin des Nordwaldes ihr gute Kinderstube und gab Ovotius und damit allen aus Atrium eine Frist von einem Jahr, um das Schwert ihr zu bringen. Um Ihren Worten Nachdruck zu verleihen, beschwor sie einen mächtigen Sturm, der selbst als die Gesandten aus Atrium eilends nach Atrium zurück gekehrt waren immer noch wütete und Hagel mit sich brachte. Zurück in Atrium wurde Quemada über alles geschehene informiert. Darauf folgte eine Diskussion über das weitere Vorgehen. Es wurden mehrere Gedanken und Bedenken geäußert und schließlich Ovotius nach Santigo geschickt, um über Feenerscheinung vor Ort und Feen im Allgemeinen sich weiter zu bilden, um eine bessere Diskussionsgrundlage für weitere Überlegungen zu schaffen. Tatsächlich schafft Ovotius mittels einer Empfehlung von Helmut einem Ordensritter Zugang zu Bibliothek in Santiago zu erlangen. Er wird dort auch fündig und kann sein Wissen auf dem Gebiet der Feenkunde vertiefen. Als er zurück kommt und kurze Zeit darauf auch noch Kineck wieder erscheint, kommt es zu einer erneuten Diskussionrunde. Man beschließt eine Gesandtschaft nach Santiago zu schicken um Franzesco zu bitten, das Schwert nach Atrium zur nächsten Mitsommersonnenwende zu bringen, um es der Königin des Nordwaldes zu zeigen und (das ist jetzt kein Scherz des Berichterstatters) das Thema "Die Besitzansprüche des Schwertes des heiligen Jacobs" mit der Königin des Nordwaldes direkt zu besprechen. Nach dieser heldenhaften Entscheidung, war nur noch zu klären, wer denn nun Francessco über diese geniale Idee informieren durfte. Kineck wollte nichts mit dem Orden zu tun haben, Ovotius war erst vor kurzem in Santiago im Auftrage des Bundes und hatte verständlicherweise keine Lust, jetzt gleich noch einmal dorthin zu reisen. Hasan machte seine Diskriminierung in der hiesigen Gesellschaft zum Ausschlusskriterium. Pepo Luciano wollte nicht der Henker für Francessco werden und versuchte klar zu vermitteln, dass er den getroffenen Beschluss nicht aktiv unterstützen möchte. Quemada wiederum, die den Beschluss am lautstärksten unterstützte, verhielt sich plötzlich sehr auffällig still, obwohl sie eigentlich den größten Einfluß auf Francessco ausüben hätte können. Nach langem betteln konnte Morwan überredet werden, diese Aufgabe zu übernehmen. Alle außer Morwan atmeten auf und die Sitzung wurde geschlossen, was auch gleichzeitig das Ende der Sommerjahreszeit 1202 war.