Kapitel 32: Herbst und Winter 1203
Herbst
Ovotius macht sich auf den Weg zu Coinneachs Labor, um dem zurück gezogen lebenden Magus ein Angebot bzgl. eines Wissensaustauschs auf der Ebene hermetischen Wissens zu unterbreiten. Coinneach ist reichlich überrascht, lehnt das Angebot jedoch grundsätzlich erst einmal nicht ab. Man kommt überein, innerhalb der nächsten Zeit erst einmal das eigene Wissen über die jeweiligen Kernkompetenzen zu vertiefen, bevor man es an andere Sodales Atriums weitergibt.
Morvan gibt sich während des Herbstes und Winters verschiedenen privaten Projekten hin, wozu auch das Kopieren des hochgeschätzten Werkes von Fulbertus über Magietheorie zählt.
Ovotius untersucht vertieft das Logbuch, das ihm der Geist der Silbernen Schilde nach dem Lösen der Rätsel zum Geschenk machte, kann jedoch keine brauchbaren Details feststellen. Als er Hassan zu Rate zieht, gelingt es dem Verditius, heraus zu finden, dass es sich bei dem Schriftstück um hochwertiges Pergament handelt, das vor etwa 900 Jahren beschrieben worden ist.
Im Verlauf einer weiteren Konzilsitzung der Magier fordert Ovotius eine Entscheidung darüber, ob das jüngst als Geschenk erhaltene Vis der Sammlung Atriums zugeteilt- oder direkt unter den Magiern verteilt werden soll. Er selbst ist der Ansicht, dass es sich bei dem Vis nicht um eine "reguläre Einnahme des Bundes" handele und dass das Vis daher nicht den üblichen Regeln des Verteilens unterliege. Es sollte allen Beteiligten damit zur unmittelbaren Verfügung stehen. Quemada kontert, dass es kurzsichtig sei, das Vis sofort dem persönlichen Repertoire der Magier zuzuführen. Man könne nie wissen, wann der Bund einmal Vis für einen Notfall, sei es direkt oder im Tausch, benötige. Deshalb sei es wichtig, das Vis nicht in persönlichem Besitz- oder gar in entsprechenden Projekten umgesetzt zu wissen, sondern in der hiesigen Vis-Kammer zu halten. Pepo stellt sich auf Ovotius' Seite, während Hassan Quemadas Argumente unterstützt. Da sich Coinneach bei der folgenden Abstimmung enthält, überwiegt im Rahmen des erzielten Stimmgleichstand das Wort Quemadas und das neue Vis wird vorerst in der Vis-Kammer deponiert.
Coinneach bittet während der Sitzung darum, ein Pawn Terram-Vis gegen ein Pawn Auram-Vis aus dem Fundus des Geschenks des Königin des Nordwaldes tauschen zu dürfen. Seinem Wunsch wird entsprochen. Danach macht er sich auf den Weg, um den vierteljährlichen Festlichkeiten am Hofe der Königin beizuwohnen. Er erhält die Erlaubnis, sich für einen längeren Zeitraum im Reiche des Nordwaldes aufzuhalten und nutzt die Chance, gemeinsam mit einem hiesigen Vertreter, dem Zweiten Wegbereiter der dritten Schar, kreuz und quer durch die Regio zu reisen. Er bringt im Laufe der Zeit in Erfahrung, dass es sich bei der Regio des Nordwaldes ursprünglich offenbar um eine magische Regio handelte, die erst im Laufe der Zeit von Feen genutzt bzw. in Besitz genommen wurde.
Rado hat sich während der kurzen Zeit, in der er im Dienste Atriums steht, zu einem brauchbaren Koch gemausert und verbringt einen Großteil seiner Zeit in der Küche des Covenants. Im Herbst lernt er während eines Besuchs im Zitronenhain erstmals Emilios Zwillingsschwester Agatha kennnen und beginnt kurzerhand um sie zu werben. Es bleibt ungewiss, ob der Erfolg seiner charmanten Brautschau aufgrund von Emilios Widerwort oder aber dem grundsätzlichen Missfallen Agathas ausbleibt. Seine mehrfache Anwesenheit in der Schänke bleibt auch Constancia nicht verborgen, die mit rund 15 Jahren das Nesthäkchen von Emilios verbliebener Familie darstellt. Tatsächlich scheinen sich in der Folge der beleibte Rado und die junge Constancia ein gutes Stück näher zu kommen.
Wintersonnwende
Nach der annualen Vis-Verteilung spricht Ovotius erstmals das Ritual der Aegis zum Schutze Atriums. Hierbei unterläuft ihm ein Lapsus, der dafür sorgt, dass das Ritual unterbrochen- und das verwendete Vim-Vis ohne die gewünschte Wirkung verbraucht wird. Er selbst entrinnt nur knapp dem Twilight. Da kein Ersatz-Vis vorhanden ist, steuern Ovotius und Pepo jeweils eines der vier für das Ritual benötigten Pawns bei, während sich Hassan zur Vis-Gewinnung im Rahmen seines Dienstes an Atrium bereit erklärt.
Nicht zuletzt aufgrund des aufgetretenen Schnitzers setzt Hassan seine Sticheleien gegen Ovotius fort, die er dem Bonisagus gegenüber bereits über einen längeren Zeitraum aufrecht erhält. Ovotius, der die Anmaßungen zunächst würdevoll zu ignorieren versucht, platzt bei dieser Gelegenheit der Kragen und fordert Hassan zum Certamen. Sollte er gewinnen, wünscht er, dass Hassan ihn fortan in Frieden lässt. Der Maure stimmt den Bedingungen zu.
Ovotius schlägt Intellego als Technik vor — eine Wahl, der Hassan zustimmt. Er selbst schlägt Animal als Form vor, was Ovotius jedoch ablehnt. Daraufhin bestimmt Hassan Corpus als Form des Certamens.
Der Verlauf des Certamens gestaltet sich spannend. Über einen längeren Zeitraum hinweg duellieren sich die Kontrahenten unter scheinbar ausgeglichenen Bedingungen, ohne dass einer von ihnen einen klaren Vorteil erringen kann. Dann muss Hassan einen kleinen Treffen einstecken, der ihn schwächt und im weiteren Verlauf des Duells einschränkt. Mit einem weiteren Treffer wendet sich das Glück schließlich zu Gunsten Ovotius', der sich nach seinem Sieg über den von dannen getragenen Hassan schnurstraks in sein Gemach zurück zieht.