Das Tollhaus
Ein Brief an den Pater von Pepo-Luciano Filius Cornelius.
Sehr Veehrter Cornelius,
in letzter Zeit habe ich wahrhaftig verrückte Ereignis in Attrium erlebt.
Nachdem einem Kollegen aus dem Hause Bonisagus mit Namen Ovotius das Aegis-Ritual mißlang und dabei die letzten Vim-Vis-Reserven unseres Bundes aufgebraucht worden waren, besaß der hiesige Bund keine Aegis mehr. Netter weise hat sich der findige Hassan, ein begnadeter Handwerker aus dem Hause Verdicius, bereit erklärt Vim-Vis zu extrahieren, damit wir dann zumindest ab dem Frühjahr über einen gewissen Schutz wieder verfügen.
Wohl ahnend, was nun folgen würde, hat sich der Pontifex unseres Bundes Quemada zusammen mit ihren Schülern am darauffolgenden Tag nach Santiago abgesetzt, angeblich um dort ihre Schwester zu besuchen.
Einen Tag später, es war der 23. Dezember, fing dann langsam das Chaos an. Ich fand in der Wand des Speisesaales ein Loch. Es war Kreis rund, weitest gehend glatt und etwa Handteller groß. Als ich die anderen im Bunde informiert hatte und wir uns auf die Suche nach noch weiteren Löchern machten, fanden wir eines in einem Gästezimmer und eines In der Speisekammer. Offensichtlich war etwas aus der Speisekammer gekommen, hatte sich durch die Wände bis in das Gästezimmer gegraben, ohne dabei einen Aushub zu erzeugen und hatte sich dann von diesem Zimmer in die Erde gegraben. Da der Gang sehr schmal war und nach einiger Zeit eine Krümmung hatte, konnte man nicht erkennen wie er verlief. Ein andere Kollege aus dem Hause Flambeau namens Morwan suchte ausserhalb der Anlage unseres Bundes nach Spuren, konnte dort aber keine finden. Morwan hatte den Plan das Loch mit Wasser zu fluten, welchen er aber gleich wieder verwarf. Zum Glück fiel mir ein, daß wir noch einen Magier im Bunde hatten, der in einer geisterhaften Gestalt gefangen ist, der den Namen Fulbertus trägt.
Diesen konnte ich bewegen das Loch zu erkunden. Nach kurzer Zeit hatte er den Ausgang auf einer nahe gelegenen Wiese gefunden. Von dem Wesen, dass diese Löcher aber gemacht hatte, fehlte jede Spur. Eine Untersuchung in der Speisekammer ergab das Fehlen eines kleinen Kumpferkessels. Grübelnd über das Ereignis löste sich die Versammlung auf.
In der darauf folgende Nacht hatte ich einen fürchterlichen Alptraum.
Ich meinte auf einer langen Seefahrt zu verhungern und ein gewaltiger Sturm zog sich zusammen, dazu bedrängte mich der Kapitän umzukehren.
Merkwürdigerweise hatte oben erwähnte Morwan auch einen gar üblen Alptraum von einer gewaltigen Schlacht mit vielen Toten. Ebenso verwundert waren wir über einen neuen Freund von Morwan. Ein kleines Eichhörchen, das Morwan auf den Namen Fulgur taufte. Es schien mir sehr intelligent zu sein, hat aber die unangenehme Eigenschaft Vis zu verspeisen. Nun gut, so lange es nicht meine kümmerlichen Vorräte sind, sollte mich das nicht stören.
Man wollte es kaum glauben, dass am 25.12. schon wieder ein neues Loch auftauchte, diesmal fehlte ein kleiner Spiegel. Alle Versuche mehr über die Ursache herauszufinden scheiterten kläglich. Inzwischen hatte Fulgor den armen Morwan dazu gebracht, ihm einen Garten mitten im Winter anzulegen.
An diesem Morgen fiel auf, dass Ovotius schon seit Tagen nicht mehr gesehen wurde. Nachdem nach ihm in der Umgebung gesucht wurde und er auch auf starkes Klopfen und Rufen bei seinem Sanctum nicht öffnet,sowie ein Bote zum nächstgelegen Anwesen ohne weiteren Informationen zurückgekehrt war, beschloß Morwan als Vertreter des Pontifex die Türe öffnen zu lassen. Dies machte Kineck, ein weiterer Kollege im Bunde aus dem Hause Merinita, der sein Hauptaugenmerk auf das Wohlergehen eines kleinen Drachen gelegt hat. Mittels des Spruches "The Unyielding Portale" gelang es Kineck die Türe zum Snactum von Ovotius zu öffen. Im Sanctum fand Morwan und ich Ovotius mit offenen Augen geistesabwesend auf seinem Bett liegen, über ihm eine Silberne Kuppel. Wir versuchten ihn zu wecken, was vergebens war. Als wir ihn vorsichtig anhoben, schien er sich vor schmerzen zu krümmen und beinahe wäre unser guter Freund in unseren Armen gestorben, doch konnten wir ihn rechtzeitig wieder zurück legen. Fulbertus konnte mit seinen Intellego Corpus Fähigkeiten festellen, dass Ovotius in einem tiefen Schlaf mit einem schrecklichen Traum gefangen war. Morwan und Fulbertus bündeln ihre Kräfte und schaffen unter Aufbietung aller ihrer Möglichkeiten, mittels ihrer Beindruckenden Fähigkeiten auf dem Gebiet von "Creo Mentem" Ovotiuas aus dieser Situation zu befreien.
Aber wenn Ihr glaubt, damit wäre schon alles erzählt, dann täuscht Ihr Euch. Am nächsten morgen erscheinen vier über acht Fuss hohe humanoide Gestalten und wollen sich mitten in unserem Innehof mit einer anderen Person treffen. Glaubt es oder nicht, dort erscheint auch kurze Zeit später diese. Auf die Frage von Morwan, was das solle und was ihnen einfallen würde, hier in unserem Heim sich zu treffen, ohne uns vorher zu fragen, erhält er blos die Antwort :
"Das ist ein guter Ort!" .
Wir konnten in Erfahrung bringen, dass es sich um Feen handelt. Die vier großen Wesen kommen vom Prinzen der Küste und ihr Anführer nennt sich Begerost. Der andere ist ein kleiner stämmiger Kerl, den ich eher als Krieger einschätzen würde, als ein Diplomat, wie er sich selber bezeichnete. Der Kleine kam von der Prinzessin der Berge und nannte sich Hellfell. Dann haben diese doch tatsächlich mehrere Stunden auf unserem Hof beratschlagt und verhandelt. Beide Seiten wollen sich in einem Krieg zwischen dem König der Südlande, das ist ein netter geselliger Pferdeliebhaber, der mich schwer beeindruckt hatte auf meiner letzten Reise, und der Königin der Nordlande, das ist eine exzentrische großspurige Königin, die vor allem von Kineck unterstütz wird und vermutlich dadurch den Krieg vielleicht sogar gewinnt, aber ihre Feste sind das Beste was ich bisher erlebt habe, bin fast alle Jahreszeiten dort, neutral verhalten. Als ich mitbekommen hatte, welch hohe Gäste die Ankömmlinge waren, habe ich mich persönlich um ein paar Häppchen für sie bemüht. Ich wurde sogar von der Delegation des Prinzen der Küste eingeladen.
Am darauf folgenden Tag stank es aus einem Badebecken ganz fürchterlich. Im Boden des Beckens konnten wir eine kreisrunde Öffnung finden, die ganz ähnlich war den bereits vorher entdeckten. Fulbertus untersuchte auch dieses Loch wieder und fand am Ende des Loches einen toten Maulwurf.
Dieser war kein gewöhnlicher Maulwurf, denn er hatte Perdo-Vim Schaufeln.
Während all dieser Vorgänge hatte ich eine Theorie, über den Grund warum sich einige Magier von Hermes den dunklen Mächten hinwendeten. Man konnte leicht den Eindruck haben, sich im Zustand von reinem unkontrollierbaren Chaos aufzuhalten, was einen Vergleich zur Natur von Dämonen nahelegt. Wenn man diesen Gedanken weiter verfogt, kommt man zu der Schlussfolgerung, dass Dämonen dieses Problem in einen kontrollierbaren Zustand wieder zurückführen könnten. Kaum hatte ich diese Theorie ausgesprochen, tippte mich ein hübscher Jüngling mit ungewöhnlich hellblauen Augen an und fragte ob er für mich etwas stehlen dürfte. Kineck, Morwan und meiner einer vermuteten einen Dämon in dieser Person.
Meine Theorie hatte sich also bestätigt, womit viele Magier von Hermes nur durch die chaotischen Ereignisse in ihrer Umgebung motiviert werden sich mit Dämonen einzulassen. Kineck versuchte mich zu überreden auf den Vorschlag des Jünglings einzugehen und Morwan fackelte ihn ab.
In nur fünf Tagen brach das absolute Chaos über unseren Bund herein,
ich habe vermutlich die umfassenste Erkenntnis über den Zusammhang von Dämonen und hermes Magiern formuliert und wenn ich den erwische, der verbreitet, dass ich schwul bin, dann wird er sich wünschen, er wäre in den Fängen eines Dämons.
Hochachtungsvoll,
Ihr Euch verehrender niemals auslehrnender Schüler Pepo-Luciano.