Kapitel 34

Aus dem Tagebuch von Ovotius, Januar 1203

Chaos ist der richtige Ausdruck, für den ungeordneten Zustand, in dem sich unser Bund befindet.
O welche Schmach, dass durch meinen Missgriff beim Zaubern der Aegis dieses ganze Ungemach entstand! Nur wenig Hoffnung besteht angesichts der Plappermäuler in Atrium, dass diese Schande nicht verbreitet wird!
Aber zunächst die Fakten:
Nach der Wintersonnenwende, bei der ich kurzen Kontakt mit dem Zwielicht hatte, legte ich mich erschöpft in mein Lager. Die klamme Kälte lässt mich auch mein krankes Bein mehr spüren, weshalb ich einen „Schlummertrunk“ zu mir nehme...
Dunkle Träume werfen mich hin und her, der Gipfel ist, dass Beppo und Morvan in meinem Sanktum über mein Bett gebeugt stehen! Verwundert reibe ich mir die Augen und fahre hoch: Dies ist kein Traum! Die beiden standen wirklich dort! Verärgert fragte ich nach Erklärungen. Sie erwiderten, es wäre 2 Tage kein Mucks zu hören gewesen, und auch vom Zitronenhain hätte man nichts von einer Abreise meinerseits gehört. Da wäre auch noch ein silberner Dom über meinem Bett gewesen – das wunderte mich weniger -und nur mit Creo Mentem Magie hätte man mir aus meinem unheilvollen Schlaf helfen können – das beunruhigte mich schon etwas. Insgesamt war ich beschwichtigt, wusste ich doch noch nicht, welcher Unbill noch auf mich warten sollte.
Nachdem ich mich fast 2 Tage erholt hatte, nahm ich von den Verwüstungen und den Besuchen der Feen Kenntnis. Die Aegis muß unbedingt wieder hergestellt werden, auch sollten wir uns besser gegen die Feen wappnen, die unseren Bund augenscheinlich als Durchgangsstraße betrachten. Die anderen Magi kümmerten sich ja schon um diverse Eindringlinge. Dass Morvan sein Eichhörnchen nach seinem Pater benennt, halte ich aber doch für etwas respektlos. Der Bericht über den Dämon beschäftigte mich auch sehr stark...

Mit diesen Gedanken begab ich mich wieder zu meinem Sanktum, wo ich alle möglichen Gegenstände umgestellt sah. Ein Eindringling! Ich rief „Zeig Dich, Du Feigling!“, woraufhin ein gewisser Aguilus ex Bjornaer auftauchte. Den darauffolgenden Disput möchte ich gern vergessen, unbedacht forderte ich ihn zum Certamen (Intellego Auram, wobei er gerne Animal gewählt hätte und vorher Perdo abgelehnt hatte), dass ich verlor. Zornesrot und gedemütigt packte ich meine Sachen, um in der Bibliothek nachzuforschen, wer dieser unselige Aguilus sein möge.
Zwischenzeitlich kümmerten sich die anderen (Jeremias rief Morvan)weiter um die Plage an magischen Wesenheiten, die Atrium bevölkerten und die Küche und Speisekammer heimsuchten. Der unerwünschte Aguilus tat sich gar noch hervor, in dem er eine magische Fledermaus in Qemadas Sanktum aufspürte, ausnahmsweise ohne hineinzugehen.
Nachdem mein Zorn etwas verraucht war, konnte ich ihnen berichten, was vorgefallen war. Trotz aller Dispute muß ich Ihnen anrechnen, dass sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, um mir zu helfen. Mit vereinten Kräften, der Überzeugungskraft Morvans und dem Redegeschick Hassans konnten wir Aguilus überzeugen, in die Gästequartiere umzuziehen. Der in der Bibliothek gefundene Fakt, dass A. etwas 200 Jahre lang weg gewesen war, half dabei, ebenso wie 1 Bauer Vis aus meinem persönlichen Vorrat.
Aguilus war damals in Gesellschaft eines gewissen Mus ex Bjornaer, Juan ex Flambeau, Terres und Merlinda.

Gegen Abend traf dann noch ein Händler namens Francois mit seiner Tochter Florentina ein. Der gute Mann hatte allerhand zu bieten, durchweg exquisite Stücke höchster Handwerkskunst, teilweise sogar bezaubert! Es war gar ein hermetisches Buch dabei. Wir stellten sicher, was unsere finanziellen Möglichkeiten erlaubten und was uns von Nutzen erschien:

Morvan erstand noch ein Metallkästchen und ich eine Schatulle aus einem knochenähnlichen Material mit kunstvollen Schnitzereien.
Diverse Gegenstände (Ein Ring der unsichtbar macht, ein Käfig für magische Tiere, ein Umhang der vor Wetter schützt, seltsame grüne Schuhe für Pepo)) mussten wir zurücklassen, um den Gesamtpreis zu verringern.
Für den größten Disput sollte aber die Lampe sorgen. Pepo hatte sie untersucht und festgestellt, dass Reiben einen Effekt auslöste, diesen aber abgebrochen. Hassan aber konnte nicht an sich halten und rieb die Lampe bis ein Geist erschien, von dem er sich 4 Bauern Vim-Vis wünschte. Pepo war sehr erbost, da er die Lampe als Erster in Händen gehalten hatte.
Den Preis handelte übrigens dieser Emilio aus, nachdem er am Abend vorher schon betrunken war, bevor ich mich zu Bett begab. Ob das zu einem guten Auftreten beigetragen hat, wage ich zu bezweifeln, aber ich weiß es nicht mit Sicherheit.

Francois und Florentina blieben über Nacht, wobei letztere die Gesellschaft Morvans suchte (und fand). Das Blümchen vermochte den armen Morvan gänzlich zu umgarnen.
In der Nacht konnten Pepo, Hassan mit Unterstützung Rados die magische Fledermaus erlegen, die unsere Speisekammer malträtiert hatte. Die Fledermaus konnte durch Mauern und Türen fliegen, und die drei hatten ihr eine Falle bei den Nahrungsmitteln gestellt. Ihre Augen scheinen Vis zu enthalten (Intellego?).

Zu guter Letzt konnten wir am Ende doch noch die Aegis vollenden (mit Hilfe des Vis aus der Lampe).

Ovotius

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