Kapitel 38

Sklavenjäger in Santiago

Pepo Luciano war gerade erst aus dem Drachhord geflohen. Getrennt von seinen Begleitern, suchte er sich in der Wildnis einen Weg nach Santiago. Er verbrachte eine unruhige Nacht in der Wildnis, immer in Angst von dem Drachen doch noch
entdeckt zu werden. Am nächsten Tag fand er gegen Mittag eine kleine Siedlung. Langsam näherte er sich den Einwohnern, doch diese erschraken sehr vor dem Anblick mit den vielen Tatoos. Von wilden Schreien wurde Pepo zurück in die Wildnis getrieben. Ein kleiner Pfad der von der Siedlung wegführte war die einzige Orientierungsmöglichkeit. Am späten Nachmittag erreichte Pepo endlich einen Weiler. Dort kläfften ihn schon von weitem Hunde an. Allen seinen Mut zusammen nehmend, näherte sich Pepo den Häusern. Als er an einem der Häuser anklopfte, kam ein großer Hund heraus und stürzte sich auf den armen Pepo. Mit seinem Messer versuchte Pepo sich zu verteidigen und konnte sich nach etlichen Attacken des Kampfhundes verwundet in den Wald flüchten. Im Wald folgte er weiter dem Pfad und übernachtete auf einer kleinen Lichtung. Mitten im Schlaf spürte Pepo wie ihn jemand packte. Schnell riss sich Pepo los. Die beiden Wegelagerer griffen ihn sofort wieder an. Nur mittels seiner Kampfzauber konnte er sie nach etlichen Schlägen vertreiben. Erheblich geschwächt und weiter
verletzt, schleppte sich Pepo weiter. Schließlich kam er an einem Dorf mit einer Bauerngaststätte an. Er schleppte sich hinein und schöpfte zum ersten mal seit langem wieder Hoffnung.
In der Gaststätte gab es eine heftige Diskussion, die Pepo, aufgrund seiner bescheidenen Sprachkenntnisse, nicht verfolgen konnte. Unter den Anwesenden war aber auch ein Priester. Als die Diskussion ausklang, sprach Pepo diesen Priester der Migel hieß an. Migel berichtete von einigen merkwürdigen Ereignisse. So war es vor kurzem zu einer plötzlichen Rattenplage gekommen. Bei dieser Plage ist ein erheblicher Teil der Vorräte des Dorfes vernichtet worden. Dann kam ein komischer Reisender der den Dorfbewohnern nahelegte, enige Kinder in die Stadt Santiago zum arbeiten zu schicken, um ein bischen Geld zu verdienen, damit man die Vorräte wieder ergänzen könnte. Dieser Fremde, dessen Name Elfondo war, meinte er hätte gute Kontakte und könnte den Kindern etwas vermitteln. Die gutgläubigen Bauern schickten zwei Mädchen im Alter von dreizehn und vierzehn Jahren mit, sowie einen zwölfjährigen Jungen. Kaum ist dieser Elfondo mit den Kindern aus dem Dorf verschwunden, verschwanden auch die Ratten. Von den Kindern haben sie jetzt schon länger nichts mehr gehört. Aufgrund meiner bisherigen
Erfahrung mit Dämonen und dem von mir aufgedeckten Plan dieser, vermutete ich sofort einen Diener der Finsternis hinter diesen Ereignissen. Von diesem Dorf Gandara machte sich Pepo auf schwer verwundet den Dämonen zu jagen und die entführten Kindern (davon ging Pepo aus) zu befreien.
In Santiago angekommen, begab sich Pepo zu Helmut, dem Ordensritter vom Orden des heiligen St. Jacob. Dort wurden seine Wunden verbunden. Nach einer erholsamen Nacht begab sich Pepo auf die Suche nach diesem Elfondo. Einen Mönch der Armenspeisungen verteilte, konnte Pepo überreden Erkundigungen bei den Bedürftigen über Elfondo einzuholen. Eine entsprechende Beschreibung hatte Pepo dem Mönch auch noch gegeben. Nach zwei Tagen hatte dieser Mönch tatsächlich
einen Hinweis, dass Elfondo in einem bestimmten Stadteil gesehen wurde. Die nächsten Nächte verbrachte Pepo mit der Suche in dem Stadtviertel. Nach einem Tag endeckte tatsächlich Pepo eine Person, auf den die Beschreibung annährend zutraf. Als er ihn Ansprach mit dem Namen Elfondo, reagierte die Person und flüchtete anschliessend. Am nächsten Tag bemerkte Pepo wie er von dem Gasthaus, in das er inzwischen gezogen war, verfolgt wurde. Die Verfolger waren zwei kräftige Kerle. Pepo konnte sie geschickt abschütteln, indem er ohne Worte sich in einer dunklen Gasse unsichtbar machte. Dann verfolgte er die beiden. Diese trennten sich. So mußte sich Peo für einen entscheiden. Diesen verlor aber Pepo leider wieder. Am darauffolgenden Tag machte sich Pepo vorher unsichtbar und lauerte den beiden Kerlen auf. Tatsächlich konnte Pepo sie entdecken und sie bis zu einem Haus verfolgen. Dieses war unscheinbar in einer ärmlichen Gegend in Santiago. Pepo traute sich nicht hinein, was sich als ein Fehler raustellen sollte, da er am nächsten Tag von den Schlägern von Elfondo gestellt wurde und in eben dieses Haus geführte wurde. Dort traf Pepo auf Elfondo. Eine kurze Unterhaltung scheiterte an der mangelnden Sprachkenntnisse von Pepo als auch von Elfondo. Pepo wollte gerade aufgeben, als ein Schrei aus dem ersten Stock zu hören war, der sich nach einem Hilferuf anhörte. Elfondo befahl seinen Gefolgsleuten Pepo zu überwältigen, was diesen aber nicht gelang. Elfondo selbst schloss die Tür, vermutlich Kannte er Pepos Fähigkeiten sich unsichtbar zu machen. Die Schläger konnte Pepo mit Kristallpfeilen kampfunfähig schießen. Elfondo aber versuchte ebenfalls Pepo zu bezaubern. Glücklicherweise konnte Pepo diese Angriffe abwehren. Seine eigenen Zauber prallten aber ebenso an Elfondo ab. In der Hoffnung Pepo schnell zu erschlagen, verwandelte sich Elfondo in einen riesigen Dämon. Seine grässliche Ausstrahlung warf Pepo regelrecht zurück. Als der Dämon anschliessend Pepo einstampfen wollte, konnte sich Pepo gerade noch rechtzeitig aus einem Fenster retten. Durch dieses konnte ihm der riesige Dämon wegen seiner größe nicht folgen. Pepo flüchtete sofort zu Helmut und berichtete ihm alles. Helmut stellte eine schlagkräftige Truppe von Ordensrittern zusammen und stürmte das Haus von Elfondo. Dort waren aber alle schon ausgeflogen. Elfondo war vermutlich mit vier Kämpfern geflohen und hatte bis zu acht Kindern dabei. Im Haus konnte man noch etliche diabolische Beweise sichern. So gab es einen Beschwörungskreis, etliche Ketten und sonstige Folterwerkzeuge. In einem Schreibtisch fand Pepo einen abgerissen Zettel, auf dem nur noch die Worte, "sehen in Vigo", zu lesen waren. Helmut nahm sofort die Verfolgung auf. Da die Wirkung von Pepo auf Pferde nicht vernachlässigbar war, konnte Pepo nicht mitkommen. Sicherheitshalber hatte Pepo noch eine Probe von dem Blut der Schläger von dem Dämon Elfondo die er verletzt hatte zu sich genommen.

Am darauffolgenden Tag eilte Pepo nach Attrium um Unterstützung zu holen. Dort wurde er weitestgehend ignoriert. Der diabolische Elfondo weiß aber noch nicht, dass die Jagd erst begonnen hatte.

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