Kapitel 40: Fortsetzung der Ermittlungen in León

Dem (Hilfe-)Ruf Hassans folgend, reist Lantos mit Raoul nach Leon, um den Magus in seiner derzeitigen, brenzlichen Situation an Ort und Stelle zu unterstützen. Er erreicht den Königspalast am Abend des 03. März 1204 und trifft dort auf Fernandez di Lamara, den Verwalter und Haushofmeister des Königs, dem er sein Anliegen mitteilt. Di Lamara gewährt ihm daraufhin Zutritt zu Hassans Gemach. Hassan weiht Lantos in den Stand der Dinge ein und zieht zu diesem Zweck auch Soazig und Emilio hinzu:

Er, Hassan, werde derzeit als "Gast" am Hofe des Königs festgehalten, weil er einen Brief an Di Lamara überbracht habe, in dem dieser erpresst werde, bestimmte sensible Fakten zu Papier zu bringen oder alternativ die Entführung seiner Frau in Kauf zu nehmen. Vor zwei Wochen sei die Frau des Verwalters tatsächlich verschwunden, was Hassan, der in dem Brief als Gehilfe des Erpressers genannt wird, natürlich zum Hauptverdächtigen- bzw. zur einzigen, unmittelbar greifbaren Person macht. Als Gegenleistung für die Freilassung seiner Frau werde von Di Lamaras abermals verlangt, wichtige und sensible Fakten über den Königshof auf einem Dokument festzuhalten und dieses am 05. März auf seinem Schreibtisch zu deponieren. Der Grund, warum Hassan den Brief überhaupt überbracht habe, sei in der Erfüllung einer Gegenleistung gegenüber des Geistes der Lampe begründet, der Atrium im Gegenzug 4 Pawns Vim-Vis überlies. Hassan vermutet in der Lampe ein Artefakt infernalen Ursprungs und überlässt sie zum Zwecke der Untersuchung den hiesigen Kirchenvätern, die seinen Verdacht alsbald bestätigen.

Hassan greift daraufhin nach dem einzigen Strohhalm der ihm im Strudel, der gegen ihn aufgebrachten Anschuldigungen bleibt: er bietet an, sich tatkräftig an der Suche nach Di Lamaras verschwundener Frau zu beteiligen. In diesem Zusammenhang bestätigen Emilios unabhängig durchgeführte Nachforschungen die bisherigen Erkenntnisse der höfischen Garde: dass nämlich Frau Di Lamaras vor rund zwei Wochen mit ihrer Dienerin zum Einkaufen auf den Markt gegangen sei, was ein ansässiger Händler bestätigt, jedoch anschließend niemals wieder zu Hause angekommen sei.

Die Ermittelnden, bestehend aus den Angehörigen Atriums sowie dem Comte de Lurroc, wissen nicht recht, wo sie ansetzen sollen. Zu undurchsichtig sind die Fakten und zu alt die Spuren, als dass man sie sinnvoll verfolgen könnte. Immerhin bittet man Di Lamara um einen persönlichen Gegenstand seiner Frau (den Hassan als arkane Verbindung einzusetzen hofft), kann ihm letztlich jedoch nur ein persönliches Schreiben entlocken, das dazu dienen soll, seiner Frau gegenüber die Authentizität der Ermittler zu bestätigen, sollten diese fündig werden und ihr gegenüber im Bezug auf ihre hehren Absichten auf Misstrauen stoßen. Darüberhinaus willigt Di Lamara ein, ein Pergament entgegen zu nehmen, auf dem er die erpressten Ausführungen niederschreiben soll, und von dem Hassan für den Fall des Falles ein kleines Stück zurück behält.

Emilio hält in diversen Tavernen und Spelunken die Ohren nach Gerüchten offen. Tatsächlich scheint die Geschichte der Entführung mittlerweile in der gesamten Stadt die Runde gemacht zu haben, nicht zuletzt, weil die Stadtwachen allenorts viele Fragen gestellt hätten. Er erfährt überdies von einer erst kürzlich frei gewordenen Stelle im Wilden Eber, wo er sich als Pferdeknecht verdingen könnte, sollte er ernsthaft Arbeit in der Stadt suchen.

Lantos befragt Benedictinus, einen Geistlichen, der die Untersuchungen der heimtückischen Lampe beaufsichtigt, und ringt ihm das Versprechen ab, das Artefakt nach Abschluss der Ermittlungen zu zerstören.

Die Anstellung in den Stallungen des Wilden Ebers beschert Emilio nicht nur eine Menge Arbeit, sondern trägt ihm während des abendlichen Kneipenbesuchs von demjenigen, von dem er den Tipp für die frei gewordene Stelle erhalten hat, auch wertvolle Informationen zu. Jum, der vor ihm als Pferdeknecht im Wilden Eber tätig war, sei nicht nur vor zwei Wochen, also zu jenem Zeitpunkt, als die Entführung stattgefunden haben muss, spurlos verschwunden, er habe auch stets damit geprahlt, einmal am Königshof angestellt- und dort höchst persönlich für das Ross der Prinzessin verantwortlich gewesen zu sein. Wie sich bei einer späteren Befragung von Roderic, dem Stallmeister der königlichen Stallungen herausstellt, erweisen sich diese Informationen als korrekt und die königliche Familie sei in dieser Sache sehr auf die Diskretion der Ermittler bedacht. So bedarf es eigens der Rückfrage Roderics beim Königshaus, bevor er diese Informationen bestätigt – und auch dann äußert er sich Lantos gegenüber diesbezüglich mit merklichem Unwohlsein.

Am Mittag des 05. März überschlagen sich die Ereignisse. Di Lamaras teilt Hassan mit, dass das Dokument, das er wohl oder übel verfasst- und an der vereinbarten Stelle deponiert habe, verschwunden sei. Der Verditius verliert keine Zeit und teleportiert sich, sobald er alleine in seinem Zimmer ist, an die Stelle, an der sich das gestohlene Pergament derzeit befindet...

Kurze Zeit später taucht er bei Jose auf, um diesem ein geschrumpftes Kind zu übergeben, das er bei der Flucht erwischt habe. Er weist ihn an, auf den Knaben acht zu geben und ihn nicht entwischen zu lassen. Danach verschwindet er und kehrt in sein Zimmer am Königshof zurück.

Dort angekommen, bittet er Lantos, Jose aufzusuchen und den festgesetzten Burschen nach den Einzelheiten des Diebstahls und insbesondere nach dem Auftraggeber zu befragen. Gemeinsam mit Soazig reitet der Comte zu Jose und nimmt sich dort der Befragung des Knaben an. Leider scheint der Wille des Kindes unter dem stechenden Blick des selbsternannten Inquisitors zu zerbrechen und lässt nichts als ein seelisches Wrack zurück. Während Soazig die Lage vor Ort im Auge behält, reitet Lantos zurück zu Hassan, um ihm den Stand der Dinge zu erklären. Mit dem Ausscheiden des einzigen Bindegliedes zum Entführer, wird guter Rat abermals teuer. Man entschließt sich, am darauf folgenden Tag die Gegend, in Richtung derer der Bursche mit großer Wahrscheinlichkeit unterwegs war, einem näheren Augenschein zu unterziehen.

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