Kapitel 5: Adoption/Die Höhle in den Bergen
Tagebuch des Ovotius, Auszüge
Wie die Magi einen Drachen adoptieren und einen wundersamen Ort entdecken
(10.08.2005)
Erst ein paar Tage im Labor vertieft und nun schon wieder aufregende Ereignisse: Coinneach kehrt mit seinen Begleitern von der Erkundung zurück, bringt aber noch einiges mit: Zunächst einen riesenhaften Kerl namens Bastus, der wohl für Atrium manchmal Bersorgungen macht und Honig und Wachs liefert. Aber noch schlimmer, zwei Personen auf Tragen. Der eine ist bereits tot, während der andere schwer verwundet ist. Coinneach berichtet ausführlich, was vorgefallen ist (sh. Bericht „Drachenjagd“). Klug, dass sie sich aus dem Kampf heraushielten. Bei der Befragung des flüchtigen Francis stellt sich heraus, dass die drei aus Jaferia, einem Bund in der Nähe Toledos stammen und offensichtlich etwas aus dem Hort des Drachen stehlen wollten. Die Höhle des Drachen beschreibt er als mit Wandskulpturen exquisit gearbeitet. Sie hatten Gegenstände entwendet, was den Zorn des Drachen erweckte. Sehr ärgerlich, wenn man bedenkt, dass sich der Zorn auch gegen den Orden an sich oder Atrium im speziellen wenden könnte. Mehr scheint Francis nicht zu wissen.
Eine magische Befragung des Geistes von Flagrare (ex Flambeau), dem toten Magus, durch mich bleibt leider ergebnislos. Der Geist ist wohl schon entschwunden… Aber immerhin lässt sich ein silberner Ring magischer Natur von seiner Hand bergen, den ich vorläufig an mich genommen habe, und eine Karte, die anscheinend den Weg zum „Drachenhort“ zeigt.
Wir ließen eine Kräuterfrau aus dem Dorf holen, die den verletzten (Grog) Paolo versorgte. Seine Chancen stehen immer noch auf der Kippe. Francis äußerte den Wunsch, in Atrium bis zur Genesung Paolos zu bleiben. Nach kurzer Beratung entschieden die anwesenden Magi, dass Francis auf seine Kosten im Dorf bleiben solle und Paolo einmal am Tag besuchen könne. Auf diese Art würde Spionage vorgebeugt und Francis Interessen ausreichend berücksichtigt. Flagrare sollte auf dem Friedhof des Dorfes beerdigt werden.
Als Francis abreisen will, bewegt sich jedoch sein Rucksack: Bei einer sofortigen Überprüfung findet sich ein schwarzer Beutel, in dem eine schillernde Kugel liegt. Bevor wir handeln können, bricht die Hülle der Kugel auf und heraus kommt: Ein Drachenjunges! Der (noch) kleine Drachen wendet sich sofort Coinneach zu, der sich liebevoll um ihn kümmert. Es ist klar, dass das Junge zurückgebracht werden muß, wenn man nicht die Feindschaft des Älteren auf Atrium ziehen will. Man wird sich daher schnell einig, am nächsten Morgen aufzubrechen. Widerwillig entschließe ich mich, mitzureisen. Ansonsten wäre Coinneach der einzige Magus auf der Reise und evtl. gilt es doch, Entscheidungen zu treffen, die einer Beratung bedürfen.
Am nächsten Morgen brechen wir, Coinneach, ich, Emilio und drei Grogs (Marcus, Sancho, Francesco) mit dem Drachenjungen auf, das mit seinen spitzen Zähnen desöfteren an Coinneach nagt. Trotz meiner Bedenken verzichtet Coinneach auf einen Käfig. Am Morgen nach des dritten Reisetages werden wir durch ein Grollen geweckt: Der Drache! Während sich Emilio auf einen Baum zurückzieht, gehen Coinneach und ich in Begleitung der Grogs dem Drachen entgegen. Ehrlicherweise muß ich sagen, dass die Begegnung mir doch Ehrfurcht einflößt. Nicht unerhebliche magische Macht paart sich hier mit großer körperlicher Kraft. Doch als wir (Coinneach und ich) näher kommen, verwandelt sich der Drachen in eine menschliche, androgyne Gestalt. Coinneach begrüßt ihn/sie in mehreren ihm bekannten Sprachen und stellt sich vor. Nachdem die Drachin (?) sich auf Latein als „Ishisroya“ vorgestellt hat, beginnt eine kurze Unterredung und sie kommuniziert offensichtlich mental mit dem Jungen. Nebenbei erwähnt sie, dass das „Ei“ wohl vor ihr getarnt gewesen wäre (der schwarze Beutel?). Daraufhin übergibt sie Coinneach das Junge zurück, mit der Angabe, es möchte lieber bei ihm bleiben. Ohne große Begeisterung musste ich dies akzeptieren. Mein nicht ganz verborgerner Zweifel hätte noch bald zu Schwierigkeiten geführt… Ich muß mein loses Mundwerk besser im Zaum halten! Nun hat Coinneach also ein Drachenjunges adoptiert; so wie ich ihn einschätze, wird ihm das ohnehin nicht viel ausmachen, aber wir werden sehen, was die anderen Magi dazu sagen.
Ishiroya begleitete uns sodann auf Nachfrage nach interessanten Orten der Gegend noch 2 weitere Tagesreisen nach Osten, wo wir auf zwei steinerne Säulen stießen, zwischen denen ein Weg den Berg hinauf führte. Dieser endete an einem bearbeiteten Felsspalt. Coinneach erschuf Licht und Sancho entzündete eine Fackel, wonach wir ohne Zögern in die Höhle traten, die sich zu einem behauenen Gang verbreiterte. Diesem folgten wir leicht abschüssig in den Berg. Unsere Neugier war nun endgültig geweckt! Offensichtlich hatte der Ort auch eine magische Aura. Diese verstärkte sich nach mehreren Gabelungen, kurz darauf versperrte uns ein silberner Golem(?) den Weg, der einen zeichenbedeckten Schild trug. Coinneach begegnete ihm freundlich. In langsamsten Latein wies uns der Golem auf die Notwendigkeit des Schweigens hin und ließ uns passieren, was uns allerdings nur in einen runden Raum (eine Sackgasse) führte. Beim Rückweg lag nur noch der Schild auf dem Boden. Trotz meiner Argumente konnte ich Coinneach nicht überzeugen, diesen gleich mitzunehmen. Ist es nicht unsere Pflicht, Artefakte zu bergen und zu untersuchen?
Beim Verfolgen einer weiteren Abzweigung stießen wir auf einen Bach und beim Folgen desselben auf einen weißen Vorhang. Dieser beinhaltete offensichtlich einen starken Illusionszauber, so dass wir alle von schrecklichen Trugbildern geplagt wurden, die aber bei jedem unterschiedlich waren. Nur mit äußerster Überwindung konnten wir hindurchtreten, vor allem deswegen, weil wir zu den ersten, die hindurch waren, keinen Kontakt mehr hatten. Erst als wir alle hindurch waren, verschwand der Vorhang und wir waren wieder in einem kreisrunden Raum, in dessen Mitte ein Golem stand. Dieser nickte uns zu und ließ wiederum einen Schild mit Zeichen (jetzt andere) zurück, den wir diesmal an uns nahmen. Wir holten dann noch den ersten Schild und schicken uns an, den Raum durch einen weiteren Ausgang zu verlassen. Welche Prüfungen werden uns wohl noch erwarten und was hat es mit diesen Schilden auf sich? Wer hat diese Gänge und die Golems erschaffen und um welche Art von Magie handelt es sich?